Über Guanabana

 

Die Stachelannone (Annona muricata) ist eine Pflanzenart der Familie der Annonengewächse (Annonaceae). Im Deutschen wird sie auch als Sauersack bezeichnet, in anderen Sprachen heißt sie Soursop, Durian Benggala, Graviola, Guanábana, Guyabano oder Corossol. Der eigentliche Name stammt aber aus Haiti, wo man die Frucht als „Anon“ (Rahmapfel) bezeichnete.

Der Medizinbaum wird nur fünf bis sechs Meter hoch. Auf vielen karibischen Inseln (Curacao, St. Thomas, Barbados, Kuba) verwendet man die fermentierten Blätter zur Zubereitung eines Tees, der geschmacklich zwischen Kaffee und Schwarztee liegt.
Inzwischen international bekannt geworden durch die Fähigkeit Krebszellen zu zerstören und verlangsamend auf das Tumorwachstum zu wirken, ist der Medizinbaum in der traditionellen Medizin im tropischen Regenwald bekannt als Mittel bei Tumorerkrankungen, Bluthochdruck, Parasiten, Depressionen, Diabetes, zur Wundreinigung und gegen Leberstörungen. Schwangere sollten jedoch keine Guanabana Produkte einnehmen. Als Hauptwirkstoffe gelten die Alkaloide Anonain, Anonilin, Muricin oder Muricinin. Sie haben eine natürliche pestizide und antibakterielle Wirkung. Außerdem beinhaltet sie folgende Nährstoffe: Calcium, Folsäure, Eisen, Kalium, Natrium, Vitamin B und C.

1976 hat eine Studiengruppe des National Cancer Institutes herausgefunden, dass gewisse Wirkstoffe, die Acetogenine des Annonenbaumes, in der Lage sind, Krebszellen selektiv zu vernichten ohne gesunden Zellen zu schaden, d.h. ohne für den Körper giftig zu sein. Diese Wirkung wurde fast gegen alle Krebszellen registriert, sogar gegen solche die Mehrfachresistenzen gegen Chemotherapeutika aufwiesen. Diese Entdeckung gab in der Folge Anlass zu verschiedenen Studien, die hauptsächlich von der Pardue Universität in West Lafayette, Indiana, USA, durchgeführt wurden.
1997 publizierte die Purdue Universität ihre Ergebnisse und stellte den Wirkmechanismus der Acetogenine des Annonenbaumes fest. Die Wirkstoffgruppe blockiert demnach offenbar ein Enzym im Stoffwechsel der Krebszelle (nur in der Krebszelle), welches die Energiezufuhr regelt. Ohne ausreichende Energiezufuhr stirbt die Krebszelle ab.
Laut 2011 veröffentlichter Forschungsergebnisse wurden aus Stachelannonen gewonnene Fruchtauszüge in Labortests erfolgreich zur Wachstumshemmung bestimmter Brustkrebszellen eingesetzt. 2012 veröffentlichte Laborforschungsergebnisse deuten auf vergleichbare wachstumshemmende Wirkungen bei Bauchspeicheldrüsenkrebszellen.
Es wurde festgestellt, dass 13 Acetogenine des Guanabana-Baumes eine stärkere Wirkung auf Krebszellen besitzen, als die drei bislang wichtigsten Chemotherapeutika gegen Krebs: Adrianycin, Vincristin, Vinblastin.

Die bis zu fünf Kilo schwere Frucht wurde bereits von Kolumbus nach Europa gebracht, von da aus wanderten die Samen nach Asien, wo der Medizinbaum seit sehr langer Zeit als Früchtebaum in Plantagen gezüchtet wird. Als Durian Frucht vielen Asienreisenden wohl bekannt, erfreut er sich dort großer Beliebtheit. Andere Arten der Annone gelangten auch zum Anbau nach Israel und Spanien.